So funktioniert ANPR
- Eine Kamera, meist mit Infrarotbeleuchtung, erfasst bei Tag und Nacht ein Bild des Fahrzeugs.
- Software lokalisiert das Kennzeichen, liest die Zeichen und erkennt Land oder Format, mit einem Konfidenzwert je Lesung.
- Das Ergebnis wird mit einer Liste oder Datenbank abgeglichen – Berechtigungen, ein Umweltzonenregister, ein Parkvorgang – oder mit einer zweiten Kamera kombiniert, etwa um eine Durchschnittsgeschwindigkeit oder Reisezeit zu berechnen.
Wo ANPR eingesetzt wird
- Ticketloses Parken und Zufahrtskontrolle für Parkhäuser, Campusgelände und Logistikstandorte.
- Überwachung von Umwelt- und Null-Emissions-Zonen.
- Zufahrtskontrolle für Fußgängerzonen, Schulstraßen und Lieferzeitfenster.
- Abschnittskontrolle (Section Control), bei der die Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen zwei Kameras berechnet wird.
- Reisezeitmessung und Quelle-Ziel-Untersuchungen mit anonymisiertem Abgleich.
- Identifikation von Fahrzeugen an Weigh-in-Motion- und Kontrollstellen.
Was die Erkennungsqualität bestimmt
- Kameraposition, Blickwinkel und Abstand zum Kennzeichen.
- Beleuchtung, Belichtungszeit und Auflösung, abgestimmt auf die Fahrzeuggeschwindigkeiten.
- Kennzeichenformate und Schriftzeichen der zu erkennenden Länder.
- Verschmutzte, beschädigte oder verdeckte Kennzeichen sowie Witterungsbedingungen.
Eine gute Standortplanung und regelmäßige Kontrollen der Leseraten sind ebenso wichtig wie die Kamera selbst.
Privatsphäre und Datenschutz
Kennzeichen sind personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO. Ein ANPR-System braucht daher eine klare Rechtsgrundlage und Zweckbestimmung, Datenminimierung, kurze Speicherfristen, Zugriffskontrolle und häufig eine Datenschutz-Folgenabschätzung. Für die Reisezeitmessung können Kennzeichen pseudonymisiert werden, sodass nur Übereinstimmungen gespeichert werden. Diese Regeln prägen die Gestaltung des Systems.
Integration mit anderen Systemen
- Parken und Zufahrt: Schranken öffnen, Parkvorgänge starten und beenden sowie Berechtigungen und Whitelists verwalten.
- Zonenüberwachung: Lesungen mit Fahrzeugregistern und Ausnahmelisten abgleichen und mögliche Verstöße an ein Bearbeitungs-Back-Office übergeben.
- Verkehrsmanagement: anonymisierte Reisezeiten und Quelle-Ziel-Daten für Betreiber und Modelle.
- Kombinierte Standorte: WIM, Abschnittskontrolle und Zufahrtskontrolle können Kameras, Stromversorgung und Kommunikation gemeinsam nutzen, sofern die Zwecke vereinbar sind.
So unterstützt Urbiflow Sie
Wir planen ANPR-Standorte und wählen Kameras aus, integrieren sie mit Back-Offices für Parken, Zufahrt und Verkehrsüberwachung sowie – wo gesetzlich vorgesehen – mit Fahrzeugregistern und berücksichtigen Datenschutzanforderungen von Anfang an.
Relevant für: Städte & KommunenPark- & MobilitätsbetreiberStraßenbaulastträger & Autobahnbetreiber